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Solaranlage

Flach- oder Röhrenkollektor?

In Sachen thermischer Solaranlagen hat sich in den letzten Jahren viel getan. Waren früher Vakuumröhrenkollektoren teurer Luxus, gibt es heute keinen Grund mehr einen Flachkollektor zu kaufen. Definitiv nicht!

Dafür gibt es zwei Gründe. Vakuumröhrenkollektoren werden inzwischen sehr preiswert in China hergestellt. Der Kostenvorteil von Flachkollektoren ist inzwischen beinahe verschwunden.

Ausserdem, und das ist das wichtigste, können Flachkollektoren bei niedrigen Aussentemperaturen kaum heisses Wasser erzeugen. Die Verluste sind einfach zu gross. Einer Vakuumröhre sind die Aussentemperaturen nahezu egal, die wandelt immer Strahlung in Wärme um.

Das ist im Winter entscheidend, denn lauwarmes Wasser ist zu absolut nichts zu gebrauchen, auch wenn man ganz viel davon zur Verfügung hat. Brauchbar ist nur heisses Wasser.

Mit dieser Einsicht wird das Abgebot an Solarpanels bereits etwas übersichtlicher. Das nächste Kriterium für meinen eigenen Entscheidungsprozess war die Bafa-Liste der förderfähigen Anlagen und das Angebot bei eBay. Auf die Förderung wollte ich keinesfalls verzichten und aus für mich unverständlichen Gründen, bieten eigentlich alle Händler von Kollektoren ihre Waren bei eBay zu niedrigeren Preisen an als in den eigenen Webshops. Das ist völlig absurd, denn die Provisionen sind bei eBay sehr hoch.

Aber für mich als echten eBay-Profi genau richtig. :-) Ich habe dann die Prüfberichte der angebotenen Kollektoren angefragt bzw. ergoogelt und den Konversionfaktor als wichtigstes Vergleichskriterium festgelegt. Viele Prüfberichte finden man bei DIN CERTO.

Das sagt zwar weder etwas über die tatsächliche Qualität eines Kollektors oder gar über seine Haltbarkeit aus, aber irgendwie muss man sich festlegen, den Angaben und Versprechen der Händler kann man noch viel weniger Glauben schenken...

Von den technischen Daten her haben mir die Kollektoren von Sunshore am besten gefallen. Leider sind deren Kollektoren drucklos einzubinden und kamen deshalb nicht in Betracht. Schade, denn preislich sind die Kollektoren nahezu unschlagbar.

So kam ich schliesslich auf die Kollektoren von sunrain, die unter verschiedenen Namen auch bei eBay angeboten werden. Zu völlig absurden Fantasiepreisen als Sofort-Kauf, aber auch in freier Versteigerung ab 1 Euro. Für einen alten eBay-Hasen wie mich, war der Rest reine Routine: Einige Wochen die erzielten Preise beobachten, dann ein Höchstgebot festlegen das zwar niedriger, aber trotzdem noch realistisch ist und dann einfach warten. Natürlich habe ich dafür eine Software benutzt, und zwar die beste für derartige Aufgaben: SchnapperPro. Und nach einigen Wochen war ich stolzer Besitzer von 10m² Röhrenkollektoren zum Schnäppchenpreis.

Frostschutz

In unseren Breitengraden treten im Winter leider regelmässig Minustemperaturen auf. Es ist also notwendig die Solaranlage gegen Einfrieren zu schützen. Üblicherweise wird dazu die Solaranlage mit einer Glykollösung betrieben. Für den Installateur hat das viele Vorteile: Die Anlage benötigt wesentlich mehr Bauteile, wird erheblich teurer und muss regelmässig gewartet werden, denn diese Glykollösung ist nach einigen Jahren unbrauchbar. Dass ausserdem der Wirkungsgrad der Anlage sinkt, ist dem Installateur gleichgültig.

Natürlich ist auch meine Anlage frostgeschützt. Aber hier zeigt sich wiederum der grosser Vorteil von Röhrenkollektoren. Bei denen wird nur der Sammler durchströmt und der ist gut gedämmt. Insofern genügt es, den Kollektor bei Frost auf einer sicheren Temperatur zu halten. Selbstverständlich geht dabei Wärme verloren. Aber im Vergleich zu den gesparten Kosten lächerlich wenig. Und wenn einmal der Strom ausfällt? Dann friert die Anlage möglicherweise ein. Dem verwendeten Edelstahlwellrohr scheint es nichts auszumachen, das habe ich bereits getestet, und in den Kollektoren befindet sich nur sehr wenig Wasser. Die sollten das vermutlich auch überstehen. Aber glücklicherweise ist hier in Berlin relativ selten Frost und noch sehr viel seltener Stromausfall. Und selbst dann gibt es eine einfach Lösung: Man stellt einfach die Schwerkraftbremse auf. So einfach ist das.

Die Wirkung der Frostschutzfunktion lässt sich an dem nachfolgenden Diagramm recht gut erkennen:

Da der Inhalt von Kollektoren und Zuleitungen nur etwa 8 Liter beträgt, ist der Energieaufwand sehr gering. Für den Frostschutz vom 22. zum 23. Januar 2009 wurden 0,9 kWh aufgewendet. Das sind weniger als 4 Cent.

Im überdurchschnittlich kalten Winter 2009/2010 mussten insgesamt 72,5 kWh für den Frostschutz der Anlage aufgewendet werden. Das sind etwa 3,50 Euro.